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por
ANTÔNIO INÁCIO ANDRIOLI
Professor do
Mestrado em Educação nas Ciências da UNIJUÍ - RS. Doutor em Ciências
Econômicas e Sociais pela Universidade de Osnabrück – Alemanha
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Perspektiven
der Agrarökologie in der südbrasilianischen kleinbäuerlichen
Sojaproduktion
Der
Text beschäftigt sich mit den sozialen Problemen der
Familienlandwirtschaft in Bezug auf die Einführung „moderner“
Technologien innerhalb der Sojaproduktion im nordwestlichen
Grenzgebiet des Bundesstaates Rio Grande do Sul/Brasilien. Im
Mittelpunkt der Diskussion stehen die Produktionskosten der
Landwirtschaft, als entscheidender Faktor der Verarmung,
Verschuldung und Untergang landwirtschaftlicher Familienbetriebe.
Der Zusammenhang zwischen der Technologie und den Produktionskosten
dient als roter Faden, damit die Entwicklung der konventionellen
Sojaproduktion in der Region, deren Auswirkungen auf die soziale
Problematik der Bauern und eine Widerstandsperspektive der
Familienlandwirtschaft besser zu verstehen sind.
1.
Die Einführung der Sojaproduktion spielte eine wichtige Rolle in
der Entwicklung der Region und bezog sich auf Interessen
multinationaler Konzerne, die am meisten davon profitieren.
Heutzutage
ist die Sojaproduktion noch so stark, dass sie allein 55% der
gesamten regionalen landwirtschaftlichen Produktion ausmacht[3].
Aber obwohl die Struktur der Sojaproduktion einen wirtschaftlichen
Fortschritt der Region förderte, viele
Arbeitsplätze schuf und öffentliche Dienstleistungen durch ein höheres
mehr Steueraufkommen ermöglichte, profitieren davon hauptsächlich
große multinationale Konzerne, die für die Sojaausfuhr und für
die Versorgung technologischer landwirtschaftlicher
Produktionsmittel zuständig sind.
Wie
Kageyama und Silva (1988) zeigen, hat die Industrie von Traktoren, Düngemitteln
und Pflanzenschutzmitteln zwischen 1970 und 1980 – Höhepunkt der
„Modernisierung der Landwirtschaft“ – so zugenommen,
dass sie die beste Leistung der brasilianischen Industrie
erreichte und von 9,3% auf 12,7% des gesamten agroindustriellen
Komplexes anstieg[4].
Die
neuen Technologien, die durch die „Modernisierung“ der
Landwirtschaft eingesetzt wurden, führten zur Steigerung der
Produktionskosten in der Landwirtschaft, wobei die Bauern als
Verbraucher des gelieferten Inputs der Agrarindustrie behandelt
wurden. Als in 1949 weniger als 15% für Inputs ausgegeben wurde,
stieg diese Zahl auf 23,5% in 1965 und auf knapp 40% in 1980[5].
Die
Kosten der Umwandlung der Technologie lassen sich besser durch die
Zahlen des Einkaufes von Traktoren, Düngemitteln und
Pflanzenschutzmitteln belegen, nach Angaben von Luis Fernando
Amstalden: „Im Jahr 1960 gab es in Brasilien 61.228 Traktoren, was
einen Traktor für je 54 landwirtschaftliche Betriebe bedeutet. In
1970 gab es 165.870 Traktoren und im Jahr 1980 hatte Brasilien
526.906 Traktoren, einen für je 30 Betriebe. In 20 Jahren stieg der
Einkauf von Traktoren auf das Achtfache. Düngemittel wurden in 18
Jahren zehn mal mehr verbraucht: 305.000 Tonnen in 1960; 999.000
Tonnen in 1970 und 3.100.000 in 1978. Was Pflanzenschutzmittel
betrifft, verdreifachten sich die Zahlen zwischen 1965 und 1978:
22.400 Tonnen in 1965, 39.500 Tonnen in 1970 und 75.200 Tonnen in
1978[6]“.
Auch
für das Land und seinen Haushalt sind die Ausgaben für Inputs, die
am meisten vom Ausland eingekauft wurden, sehr bedeutend. Allein im
Jahr 1979 hat Brasilien 1,4 Milliarden Dollar für den Einkauf von Düngemitteln
und Pflanzenschutzmitteln bezahlt,
was 50% der Auslandschulden des Landes in diesem Jahr entsprach.
Dabei wurde aber noch nicht der Anteil von Geld berücksichtigt, das
die Filialen der multinationalen Konzerne, die in Brasilien diese
Produkte herstellen, ins Ausland schickten. Wenn man zu den 1,4
Milliarden die Kosten von Brennstoff zählt, der auch eingekauft
wurde, kommt man auf 1,6 Milliarden Dollar, die in einem Jahr zum
Import für die Landwirtschaft zählen.
Die Ergebnisse dieser Periode sind überraschend: Während
zwischen 1964 und 1979 der Verbrauch von chemischen Düngemitteln
auf 1.243,2%, von Pflanzenschutzmittel 421,2% und Traktoren 389,1%
anstieg, hat die Produktivität der 15 bedeutendsten kultivierten
Pflanzen nur um 4,9% zugenommen[7].
2.
Die Steigerung der Produktionskosten in den landwirtschaftlichen
Familienbetrieben durch die Einführung
„moderner“ Technologien ist eine Erklärung für die
Verschuldung und Verarmung der Bauern und die zunehmende Landflucht
in der Region.
Um
die „Modernisierung“ der Landwirtschaft durch die Monokultur der
Soja einzuführen, wurden den Bauern ab den 60er Jahren
subventionierte Kredite zur Verfügung gestellt, damit sie Maschinen,
Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel kaufen und einsetzen
konnten. Im Jahr 1965 wurde das Sistema Nacional de Crédito Rural (Nationale
Landwirtschaftliche Kredit System) institutionalisiert, was der
Agrarindustrie, besonders zwischen 1970 und 1980, einen Schwung gab.
Die
Bauern hatten durch das Kreditsystem nicht nur die Gelegenheit, ihre
Produktion zu finanzieren, sondern sie bekamen Subventionen direkt
von der Regierung, die den Einkauf von Inputs verringerte und die
von der Agrarindustrie empfohlenen Investitionen ermöglichen. Die
Leichtigkeit des Zugangs zu Kredit, wie Tambara (1982) es erklärt[8],
verursachte nicht nur einen großen Einkauf bzw. Inputs, sondern
auch die Verschwendung dieser Betriebsmittel, sowohl durch überflüssigen
Einkauf und verschwenderischen Gebrauch als auch durch Verlust durch
Erosion und Auslaugung des Bodens. Die Kredite, die als Einführung
der Bauern in die „Modernisierung der Landwirtschaft“ galten, hören
Anfang der achtziger Jahre auf und als die Schulden zu zahlen waren,
fing ein Prozess der Verschuldung der Landwirtschaft an.
Die
versprochene Produktivität der Soja, die am Anfang des Prozesses
sehr stieg, stagnierte ab den 80er Jahren und in vielen Fällen sank
sie auf Grund der Zerstörung der Ressourcen. In 1980 war die
Produktivität der Sojaproduktion im Bundesland Rio Grande do Sul
sogar niedriger als in 1955, wo die „Modernisierung der
Landwirtschaft“ begann[9],
trotz des hohen Einsatzes von Düngemitteln, die einen großen
Anteil an den Produktionskosten haben. Nach Rinkling hat der Einsatz
von Düngemitteln in der Sojaproduktion sich vierfacht, ohne dass es
zu einer entsprechenden Steigerung der Produktivität führte. Während
in 1970 eine Tonne Düngemittel für eine Produktion von 48 Tonnen
Soja reichte, wurden in 1980 mit einer Tonne 15 Tonnen Soja
produziert und in 1992 nur noch 11 Tonnen[10].
Auch
der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nahm zu. Kageyama und Silva
beweisen, dass zwischen 1970 und 1980 der Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln um 7,2% pro Jahr stieg[11].
Paradoxerweise nahmen die Schädlinge aber auch jährlich zu. Nach
Amstalden wurden im Jahr 1958 193 Schädlinge bekannt, 1963 waren es
243 und 1976 593, die offiziell registriert wurden. Die zunehmende
Resistenz der Schädlinge, die
Vernichtung von Nützlingen und die Zerstörung
der Bodenvielfalt werden
für die Zunahme des Gebrauchs von Pflanzenschutzmitteln in
Brasilien verantwortlich gemacht[12].
Im Vergleich zu USA und EU gab es in Brasilien einen sehr
hohen Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln. In den
USA werden im Durchschnitt jährlich 84 kg Düngemittel pro Hektar
gebraucht, in der EU 228 Kilo und in Brasilien 600 Kilo. Was
Pflanzenschutzmittel betrifft, haben die USA einen jährlichen
Verbrauch von 1,8 Liter pro Hektar, die Länder der Europäischen
Union 2,0 Liter und Brasilien 3,6 Liter[13].
Als
dazu der Preis der Produktion sank und die Kosten der Inputs
zunahmen, wie beispielsweise Smith (1992) in einer Studie zeigt[14],
wurde das Einkommen der Bauern allmählich geringer, was zur
Verarmung und folglich zur Verschuldung der Bauern führte, weil
ihre Investitionsfähigkeit reduziert und sie deshalb immer mehr von
den auf hohen Zinsen basierenden Krediten abhängig wurden. Mit der
Verbreitung des Freihandels und dem Abkommen von Subventionen wurde
die Situation der Bauern noch schlimmer und die Reduzierung der
Betriebskosten spielt eine wichtige Rolle, damit landwirtschaftliche
Familienbetriebe mit niedrigen Preisen ihr Produktion, die in einem
weltweiten Markt bestimmt werden, bestehen können.
Auch
klimatische Bedingungen wie z. B. Dürren verschärfen die Situation
und beweisen, dass die Monokultur nicht nur mehr Risiko für die
Bauern bedeutet, sondern auch eine zunehmende Unbrauchbarkeit ihrer
Aktivität zur Folge hat. Viele Bauern, die nicht mehr bestehen
konnten und gezwungen wurden, ihr Land den Banken zur Zahlung ihrer
Schulden zu überschreiben, suchten Arbeitsplätze in den Städten,
als Hoffnung für den Aufbau einer neuen Lebensperspektive. Nach
Angaben des IBGE haben 13.497 Menschen in dieser Region zwischen
1996 und 2000 der Landwirtschaft den Rücken gekehrt[15].
3.
Viele Soja produzierende Familienbetriebe, die trotz der
Schwierigkeiten noch
mit der Sojaproduktion in der Region weiter bestehen,
wurden nicht im gemeinsamen Projekt der multinationalen
Konzerne integriert und fanden Alternativen zur Einsparung der
Produktionskosten.
In
der Region beschäftigen sich noch 87.367 Menschen, 38,14% der
regionalen Bevölkerung, mit der Landwirtschaft[16]. Die Sojaproduktion umfaßt 10% der gesamten
Sojaproduktion des Bundesstaates Rio Grande do Sul und ist immer
noch die wichtigste Aktivität der meisten Bauern. Obwohl die
subventionierten Kredite seit den 80er Jahren abgeschafft wurden und
die Preise der Soja sanken, wurde es möglich, dass ein großer Teil
der landwirtschaftlichen Familienbetriebe trotz vieler Probleme noch
bestehen konnte. Obwohl es in den letzten Jahren viele Versuche zur
Einführung anderer landwirtschaftlicher Produkte wie z. B. Milch
und Obst gab, zählt die Sojaproduktion noch zur gewinnbringenden
landwirtschaftlichen Aktivität in der Region und eine abrupte
Verwandlung ihrer produktiven Struktur scheint nicht durchführbar.
Auch
läßt sich nachweisen, dass die landwirtschaftlichen
Familienbetriebe im Vergleich zu den Großlandbesitzern viel weniger
Zugang zu subventionierten Krediten hatten. Guedes Pinto (1978)
zeigt[17],
dass Großlandbesitzer 53% der Kredite bekamen, während kleine
Bauern nur 11% davon erhielten.
Das kann auch ein Beweis dafür sein, dass die kleinen Bauern
nur marginal in die „Modernisierung“ der Landwirtschaft
integriert wurden und deshalb nicht die gemeinsamen
Technologieempfehlungen annahmen.
Im
Mittelpunkt der „Grünen Revolution“ bzw. der Agrarindustrie
stehen eigentlich die Mittel- und Großlandbesitzer, die
investitionsfähiger waren als die kleinen Bauern. Auch die
Agrarberatung zieht die
Großlandbesitzer vor, was Martine und Garcia (1987) als „Marginalisierung“
der kleinen Bauern bezeichnen: „Die Agrarberatung konzentrierte
sich auf Produkte und Flächen die am schnellsten auf den Einsatz
von Technologien reagierten. Dadurch wurde wieder die Mehrheit der
Bauern, die ein niedrigeres Einkommen hatte, ins Abseits gedrängt“[18].
Das
führte dazu, dass die kleinen Bauern viel weniger
Pflanzenschutzmittel als die großen einkauften. In 1980, noch auf
dem Höhepunkt der „Modernisierung der brasilianischen
Landwirtschaft“ gibt es ein gutes Beispiel dafür: Während 90%
der Betriebe mit einer Größe von 1.000 bis 10.000 Hektar
Pflanzenschutzmittel verbrauchten, setzten 74%
der Betriebe von 10 bis 100 Hektar und nur 45% der Betriebe
von 1 bis 10 Hektar diese Technologie ein[19].
Besonders in der Sojaproduktion, die durch die „Modernisierung“
eingeführt wurde, ist der Vergleich von Einsatz der „modernen“
Technologie zwischen kleinen und großen Bauern im Jahr 1980 auch
aufschlußreich:
|
Größe
der Betriebe
|
Einsatz
von Düngemitteln,
Pflanzenschutzmitteln
und Bewässerung
|
|
0-10
Hektar
|
22,0%
|
|
0-99
Hektar
|
69,2%
|
|
100-999
Hektar
|
96,2%
|
|
1.000-9.999
Hektar
|
99,4%
|
|
1.000
und mehr Hektar
|
100,0%
|
Fonte:
MARTINE/GARCIA: 1987, p. 86.
Traditionelle
landwirtschaftliche Methoden sind heute noch zu finden, parallel zu
den „modernen“ Technologien. Die Verbindung zwischen
traditionellen und „modernen“ Technologien, die aufgrund des
Mangels an Investitionsfähigkeit von den Bauern entwickelt wurden,
kann eine Erklärung sein, weshalb die Produktionskosten in der
Familienlandwirtschaft verringert wurden und die Betriebe bestehen
konnten. Dass die
Familienlandwirtschaft effizienter ist als die großen
landwirtschaftlichen Betriebe, wurde in Brasilien schon seit längerer
Zeit festgestellt. Martine und Garcia haben versucht, eine Erklärung
dafür zu entwickeln: „Der kleine Bauer ist genau der, der alle
verfügbaren Produktionsfaktoren am intensivsten gebraucht,
inklusive Arbeitskraft (...) Zwei Drittel bis drei Viertel der
Grundflächen werden genutzt, während die großen Landwirte - mit
mehr als 100 Hektar - nur 2 bis 5% ihrer Flächen bewirtschaften.
Die Intensität der Grundnutzung hat Auswirkungen auf die
Produktivität, wobei die kleinen Bauern sich wirtschaftlich als
viel effizienter erwiesen“[20].
4.
Die Agrarökologie könnte eine Alternative zur Verringerung der
Produktionskosten, Bewahrung der natürlichen Ressourcen und
Aufwertung der Bauernarbeit in landwirtschaftlichen
Familienbetrieben.
Das
Ziel der Agrarökologie ist, nach Gliessmann (2001), die Entwicklung
einer Landwirtschaft, die gleichzeitig umweltfreundlich, produktiv
und lohnend sein soll[21].
Durch interdisziplinäre Forschungen, in direkter Interaktion mit
den lokalen und empirischen Kenntnissen der Bauern, sollen Methoden
entwickelt und eingesetzt werden, die die Abhängigkeit von externen
Inputs und deren Auswirkungen auf die Umwelt verringern, so dass die
Bauern und ihre Gemeinden nachhaltig bestehen können.
Die
Anwendung organischer Düngemittel und das Anlegen von geplanten
Mischkulturen sind Beispiele für landwirtschaftliche Aktivitäten,
die auf der Steigerung organischer Stoffe und anschließenden
Wiederverwertung von Nährstoffen, der Beseitigung von Chemikalien
und biologischer Bekämpfung von Pflanzenkrankeiten und Schädlingen
basieren. Untersuchungen von Altieri[22]
(2001), die konventionelle Technologien mit ökologischen
Anbaumethoden vergleichen, zeigen, dass durch den Verzicht auf
externe Inputs wie Pflanzenschutzmittel und Düngemittel, die
Produktionskosten im ökologischen Landbau um 22,4% geringer sind
als in der konventionellen Landwirtschaft.
Auch
in Brasilien gab es Situationen, die beweisen, dass
den Versicht auf konventionellen Technologien zur einer
rentableren Produktion führte, wie Francisco Oliveira am Beispiel
der Maisproduktion in Itapeva, São Paulo, beschreibt: „Es scheint
ein Paradox zu sein, dass die ‚primitive‘ Landwirtschaft mit
einer ‚modernen‘ Landwirtschaft, die Düngemittel, Pestizide,
besondere Pflanzenmethode und insbesondere Mechanisierung einsetzt,
konkurrieren könnte. Man zweifelte theoretisch daran, dass die
Betriebskosten der ‚primitiven‘ niedriger und wettbewerbsfähiger
sein könnten als die ‚modernen‘. Trotzdem hat die
Maisproduktion in Itapeva, São Paulo, (schon) in 1964 gezeigt, dass
sie wirtschaftlich rentabler für die Bauern ist, die mit Zugtieren
und wenig Düngemitteln arbeiten als bei denen, die Maschinen und
viel Düngemittel verbrauchen.
Während die ‚primitive‘ in 1-4 und 5-8 Scheffeln
durchgeführt wurde, wurde die ‚moderne‘ in Flächen von 40-80
Scheffeln bewirtschaftet. Die Ergebnisse: Das Nettoeinkommen in der
‚primitiven‘ Maisproduktion lag bei Cr$ 89.742[23]
pro Scheffel und in der ‚modernen‘ bei Cr$ 79.654[24]
pro Scheffel, obwohl
die Produktivität der ‚modernen‘ fast 60% höher war“[25].
Die
Auswirkungen der ökologischen Technologien auf die Umwelt
wurden auch als nachhaltiger im ökologischen Landbau
bezeichnet, in dem ein geringerer Verlust an Boden und Wasser, eine
verbesserte Struktur, Gleichgewicht der Nährstoffe und Aktivität
von Mikroorganismen im Boden festgestellt wurden, was in der
Landwirtschaft auch eine wirtschaftliche Rolle im Hinblick auf die
Verbindung zwischen Produktivität und Bewahrung der Qualität der
natürlichen Ressourcen spielt.
Der
ökologische Anbau ist in der Übergangsperiode erheblich
arbeitsintensiver als die konventionelle Landwirtschaft, was bei
jedem Anbau unterschiedlich sein kann. In der ökologischen
Landbewirtschaftung kann die Bauernarbeitskraft ihr Auskommen finden,
wenn die Bauern sich den für die externen Inputs bestimmten Anteil
der Produktionskosten für die Entlohnung ihrer Arbeit zu Nutze
machen. In der kapitalistischen Wirtschaft, so wie Marx sie
beschrieben hat, wo das Einsetzen von arbeitssparenden
Produktionsinstrumenten tendenziell zunimmt und der angelegte Teil
der Arbeit sinkt, kann die vorher genannte Perspektive eine
Widerstandssituation bedeuten, in der variables Kapital und Wissen
statt konstantem Kapital eingesetzt wird.
Das
kann auch ein essentieller Unterschied der Familienlandwirtschaft
gegenüber den Lohnarbeitsbetrieben oder modernen kapitalistischen
Agrarbetrieben sein, der als Erklärung für die Anpassung der Großlandbesitzer
an die „Modernisierung“ der Landwirtschaft und die Resistenz
kleiner Bauern gegenüber den „modernen“ Technologien innerhalb
der Sojaproduktion in Brasilien dienen kann: für die einen ersetzen
die konventionellen Technologien die Arbeitskosten von Angestellten;
für die anderen bedeuten sie die eigene Freisetzung.
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[6]
AMSTALDEN, Luis Fernando F. Os custos sócio-ambientais da
modernização agrícola brasileira. Campinas, UNICAMP, 1991, S.
11.
[7]
AMSTALDEN, Luis Fernando F. Os custos sócio-ambientais da
modernização agrícola brasileira. Campinas, UNICAMP, 1991, S.
17.
[10]
ZAMBERLAN, Jurandir. FRONCHETI, Alceu. Agricultura alternativa: um
enfretamento à agricultura química. Passo Fundo: Ed. Pe.
Berthier, 1994, S.
78.
[11]
KAGEYAMA, Ângela A. SILVA, José Graziano da.
Os resultados da modernização agrícola dos anos 70.
Revista Estudos econômicos. Campinas, UNICAMP, set/dez 1983, S.
542.
[12]
AMSTALDEN, Luis Fernando F. Os custos sócio-ambientais da
modernização agrícola brasileira. Campinas, UNICAMP, 1991, S.
29.
[18]
MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho. O modelo, os
instrumentos e as transformações na estrutura de produção agrícola.In:
MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho (org.) Os impactos
sociais da modernização agrícola. CAETES, São Paulo, 1987, S.
27.
[19]
MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho. O modelo, os
instrumentos e as transformações na estrutura de produção agrícola.In:
MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho (org.) Os impactos
sociais da modernização agrícola. CAETES, São Paulo, 1987, S.
30).
[20]
MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho. O modelo, os
instrumentos e as transformações na estrutura de produção agrícola.In:
MARTINE, George. GARCIA, Ronaldo Coutinho (org.) Os impactos
sociais da modernização agrícola. CAETES, São Paulo, 1987, S.
61.
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