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Por ANTÔNIO
INÁCIO ANDRIOLI
Antônio Inácio Andrioli ist
Mitglied der PT im südbrasilianischen Bundesland Rio Grande do Sul
und zur Zeit Doktorand der Sozialwissenschaften an der Universität
Osnabrück.
Versão em português
Após
as eleições municipais: para onde vai o PT? |
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Nach den Kommunalwahlen in Brasilien Wohin steuert
die PT?
Rein
zahlenmäßig ist die PT als Sieger aus den brasilianischen
Kommunalwahlen hervor gegangen. Bei näherem Hinsehen erweist sich
die Lage allerdings als sehr kompliziert: Erfolg und Niederlage
prägen das Bild. Vor allem im Gefolge der Bundespolitik droht sich
der politische Schwerpunkt der Partei immer weiter in Richtung
Sozialliberalismus zu verschieben. Die Kommunalwahlen 2004 sind von
verschiedener Seite als Testfall für die brasilianische
Bundesregierung Lula gesehen worden. Bei einem Erfolg würde sich die
Regierung und die Mehrheit der Arbeiterpartei (Partido dos
Trabalhadores – PT) in ihrem Kurs bestätigt sehen. Eine
Wahlniederlage, besonders in den Landeshauptstädten, wäre als Signal
zur Verstärkung der rechten Parteien in der politischen Arena des
Landes und ihrer möglichen Rückkehr an die Regierung in 2006 zu
deuten. Für die PT-Linke wären die Resultate des Wahlkampfs so oder
so problematisch: Ein Mißerfolg wäre eine schwere Niederlage auch
für sie selbst; ein Wahlsieg würde andererseits den Kurs der
Regierung Lula, ihre neoliberale Wirtschaftspolitik und die
Bündnispolitik der PT-Mehrheit mit bürgerlichen Parteien
legitimieren. Im Wahlkampf waren sich alle Strömungen zunächst
wieder einig: In der Hauptsache ging es darum, die Gegner der PT zu
besiegen und danach die politische Auseinandersetzung innerhalb der
PT fort zu führen. Wer sind aber genau die Gegner der PT und worauf
konzentriert sich die innerparteiliche Auseinandersetzung nach den
Kommunalwahlen?
Schon seit längerer Zeit versuchten Bundesregierungen, an den
Kommunalwahlen die Akzeptanz ihres politischen Kurses zu messen.
Jetzt war die Reihe an der PT, die geschlossen in den Wahlkampf
ging, um die Widersprüchlichkeit der Bundespolitik vor den Angriffen
der rechten Parteien zu verteidigen und die Hoffnung auf ein
„besseres Brasilien“ wieder zu stärken. Die meisten Errungenschaften
wurden von der PT jedoch nicht auf Bundes-, sondern auf kommunaler
Ebene erzielt. Obwohl ein Erfolg bei Kommunalwahlen sehr von lokalen
Faktoren abhängt, stand die PT diesmal vor einer doppelten Aufgabe:
Sowohl ihr Kommunalprogramm als auch die bisherigen Erfolge der
Regierung Lula der brasilianischen Bevölkerung deutlich zu machen.
Nach den Ergebnissen des ersten Wahlgangs vom 3.10.04 wurde die PT
mit 16,3 Millionen Stimmen (das sind 17% der Stimmen, die dem Anteil
der PT im Parlament und im Senat nach den Wahlen von 2002
entsprechen) erneut die am meisten gewählte Partei Brasiliens. Mit
402 Bürgermeistern wurde eine deutliche Steigerung gegenüber bisher
maximal 187 erreicht. Die besten Ergebnisse gab es in den großen
Städten: Von den 76 Städten mit mehr als 150.000 WählerInnen, in
denen die PT eigene Kandidaten ins Rennen schickte, wurden 11 schon
in der ersten Runde gewonnen (darunter sechs Landeshauptstädte: Belo
Horizonte, Recife, Aracaju, Palmas, Macapá und Rio Branco). In der
Stichwahl am 31.10 bestand die Chance, noch in weiteren 24 Städten
erfolgreich zu sein, davon waren neun Landeshauptstädte. Rein
zahlenmäßig ist die PT aus der Stichwahl erneut als Sieger
hervorgegangen: Sie erzielte 6.912.038 Stimmen (32,63%), womit sie
mit 11 zusätzlichen Kommunalregierungen auf Platz eins steht, davon
in den Landeshauptstädten Fortaleza, Vitória und Porto Velho.
Besonders interessant ist die Situation in Fortaleza, wo die
Kandidatin der PT, Luizianne Lins, im ersten Wahlgang gar nicht vom
Bundesvorstand der Partei unterstützt wurde, und es trotzdem
schaffte, in die Stichwahl zu kommen und einen historischen Sieg in
dieser wichtigen Stadt des Nordostens zu erzielen. Die PT
profitierte von der in Brasilien bekannten Situation einer Zunahme
der Kommunalregierungen für die führende Partei an der
Bundesregierung. Dennoch gewann sie insgesamt nur 413
Kommunalregierungen, weit von den vom PT-Vorstand prognostizierten
500 und die größte Oppositionspartei PSDB geht ebenfalls gestärkt
aus dem Wahlkampf hervor.
Bittere Niederlagen
Im Bundesstaat Rio de Janeiro, wo 2002 Lula die besten
Wahlergebnisse erzielte, hat die PT 2004 zahlenmäßig die größte
Niederlage erlitten. Im gesamten Süden Brasiliens musste die PT
diesmal Niederlagen einstecken. Hinzu kommen noch die bitteren
Verlusste in der ABC-Region (Industriegürtel um Sao Paulo), wo die
PT historisch in der Arbeiterschaft sehr stark verankert war. Dies
betraf sowohl Persönlichkeiten der PT-Mehrheit aus Bundesregierung
oder Bundesparlament, als auch Vertreter der Parteilinken. Die
schwersten Niederlagen sind jedoch in Porto Alegre zu verzeichnen,
der Hochburg der PT-Linken, wo die Partei seit 16 Jahren an der
Regierung war und das erfolgreichste und weltweit bekannteste Modell
der Beteiligungsdemokratie entwickelte; Belém, wo die PT seit acht
Jahren regierte und die Metropole São Paulo, wo sich die PT die
Wiederwahl gegen die PSDB als oberste Priorität im Land setzte und
trotzdem scheiterte. Bei diesen Niederlagen können bundespolitische
Einflüsse sicherlich nicht ausgeschlossen werden, denn große Teile
der Bevölkerung sind enttäuscht mit dem Regierungskurs, weil sie
bisher keine von den im Wahlkampf versprochenen strukturellen
Veränderungen sehen. Gerade in den Regionen, in der die PT
historisch stark war und sich auf ein hohes politisches Bewusstsein
der Bevölkerung stützte, erlitt sie die größten Niederlagen. Dafür
ist Porto Alegre das tragischste Beispiel, denn dort waren die
Wahlsiege der PT historisch mit einer starken gesellschaftlichen
Mobilisierung verbunden. Es ist klar, dass in vier
aufeinanderfolgenden Wahlperioden Probleme auftauchen, die bei jeder
Wahl an Bedeutung gewinnen. Die Mobilisierung der PT im Wahlkampf
war jedoch noch nie so gering wie diesmal, Zeichen des umfassenden
Rückzugs der freiwilligen und engagierten Militanz in der PT
überall. In Porto Alegre kam die Schwierigkeit hinzu, mit dem
Rücktritt von Tarso Genro - des vorherigen Bürgermeisters der PT -
umgehen zu müssen, der bei den Kommunalwahlen des Jahres 2000
versprach, vier Jahre im Amt zu bleiben, um Gerüchten entgegen zu
treten, er würde die Wahl nur dazu nutzen, um bei den folgenden
Gouverneurwahlen anzutreten. Genro brach sein Versprechen,
bestätigte damit die Prognosen der Rechten und die PT verlor an
Vertrauen. Er bekämpfte ausserdem erfolgreich die erneute
Kandidatur des Gouverneurs Olívio Dutra, verlor aber die
Landeswahlen in einem Kontext, in der die Einhaltung von Versprechen
eine wichtige Rolle im Wahlkampf spielte. Dies konnte bereits ganz
deutlich an dem Mißerfolg von Genro als Gouverneurkandidat in Porto
Alegre gesehen werden.
Bei den jetzigen Kommunalwahlen nutzten die Oppositionsparteien die
Schwächen der PT rücksichtslos aus und bildeten eine umfassende
Koalition des rechten Lagers in der Stichwahl. Sie versprachen den
Beteiligungshaushalt und das Weltsozialforum als Errungenschaften
der Stadt zu erhalten und „nur das zu verändern, was verbessert
werden müsse“. Mit riesiger finanzieller Unterstützung großer
Konzerne, der Akzeptanz der von der PT enttäuschten Teile des
Mittelstands und einem populistischen Umgang mit der armen
Bevölkerung gelang es José Fogaça von der PPS (einer früheren
Abspaltung der brasilianischen KP, die sich nach rechts entwickelte
und rechte Politiker der bürgerlichen Sammlungspartei PMDB
integrierte), den linken PT-Kandidaten und zwischen 1997 und 2000
erfolgreichen Bürgermeister Raul Pont mit 53.721 Stimmen Vorsprung
(53% gegen 46%) zu schlagen und damit die wichtigste Erfahrung der
lateinamerikanischen Linken der letzen Jahre zu stoppen.
Gefährliche Bündnispolitik
Im Wahlkampf stand die PT aber nicht allein. Waren ihre früheren
Kommunalwahlkämpfe durch Bündnisse charakterisiert, in der
ausschließlich linke Parteien zu finden waren (Frente Popular), so
ging die PT diesmal alle möglichen Koalitionen ein, besonders in den
größeren Städten (in 59%) und Landeshauptstädten (in 56%). In den
kleineren Städten lag diese Quote bei 40,7%. Für den Wahlsieg
scheinen die Bündnisse dennoch nicht der entscheidende Faktor
gewesen sein, denn es gibt genügend Beispiele, bei denen die PT auch
im Bündnis mit bürgerlichen Parteien schwere Niederlagen erlitt. Von
den 41 Niederlagen in den Großstädten im ersten Wahlgang war die PT
in 23 davon mit rechten Parteien verbündet. In der Stichwahl war die
PT in 16 Städten (d.h. in 66%) mit rechten Parteien verbündet, von
denen nur vier gewonnen wurden. Das einfache Wahlvolk hat sich
sicherlich gefragt, gegen wen eigentlich der Wahlkampf der PT
gerichtet ist, wenn sie in der einen Stadt mit Parteien verbunden
ist, die in der Nachbarstadt als ihre Gegner bezeichnet werden ...
Die Rolle der brasilianischen Parteien im Wahlkampf ist traditionell
geringer als die Bedeutung der Persönlichkeiten, die als
KandidatInnen auftreten. Ausnahme war die PT, die immer auf die
Bedeutung der Partei, ihr Programm und ihre Geschichte verwies. Für
sie war der Wahlkampf ursprünglich auch gar nicht die Hauptsache.
Sie wollte eine demokratische Revolution in Brasilien vorbereiten.
Dabei sollten Wahlen nur ein begrenztes Mittel darstellen. Nicht
wenige der heute führenden Persönlichkeiten der PT machten in den
80er Jahren Wahlkampf in dem Bewußtsein, dass damit kein Sieg
möglich war und es sich ausschließlich um ein Lernprozeß handele, in
dem die Partei als linkspolitische Alternative aufgebaut werden
sollte. Und die Strategie, mit einem klaren, kohärenten Programm und
einer sehr motivierten freiwilligen und engagierten Militanz
aufzutreten, hat eindeutig ihre Wirksamkeit bewiesen. Binnen zwei
Jahrzehnten entwickelte sich die PT zur wichtigsten politischen
Linkspartei Brasiliens und Lateinamerikas, - mit einer wachsenden
institutionellen Vertretung sowohl auf kommunaler wie auf
bundesstaatlicher Ebene und einer besonderen Verankerung in den
wichtigsten sozialen Bewegungen.
Anpassungsprozeß
Nach den Niederlagen Lulas bei den Bundeswahlen 1989 gegen F. Collor
de Melo, 1994 und 1998 gegen F.H. Cardoso ist die PT-Mehrheit jedoch
allmählich zu einer anderen Strategie übergegangen. Gestützt auf
breite Koalitionen soll die institutionelle Macht der Partei
gestärkt werden. Immer mehr wurden die Türen für Mitglieder
geöffnet, die keinen Bezug zur Parteitradition hatten;
Parlamentarier anderer Parteien wurden aufgenommen, die in der PT
bessere Wahlchancen für sich sahen; es wurden Direktwahlen zum
Vorstand durchgeführt, die die Bedeutung der parteiinternen Debatten
herabsetzten; Investitionen in Marketing und Professionalisierung
des Parteiapparats wurden massiv erhöht; und nicht zuletzt wurden
die Intensität der politischer Bildung und der programmatischen
Auseinandersetzung drastisch verringert. Zug um Zug wurde der Weg in
Richtung Institutionalisierung und „Blairisierung“ eingeschlagen.
Dabei kam die PT in der Bevölkerung immer mehr als „normale“ Partei
an - also ohne ihr traditionelles Profil.
So beschränkt sich die PT in ihren Aktivitäten mittlerweile
größtenteils auf den Wahlkalender, nach dem alle zwei Jahre die
Mitglieder mobilisiert werden. Die Teilnahme der Mitgliedschaft an
sozialen Bewegungen, die parallel zu den Erfolgen der PT einen
großen Aufschwung in den 80er Jahren erlebten, wurde geringer, so
dass schon beim PT-Kongress 2001 nur noch etwa 1/4 der Teilnehmenden
diesen zuzuordnen waren. Die Mehrheit der Delegierten ist in
irgendeiner Form im institutionellen Apparat integriert und ihr
Einfluß auf die parteipolitischen Entscheidungen hat inzwischen ein
sehr großes Gewicht. Auf diesem Hintergrund war es bis zur
Veränderung des Programms, bis zu Beschlüssen über Bündnisse mit
bürgerlichen Parteien und bis zur Annahme des neuen
Wahlkampfkonzepts, nach dem sehr viel Marketing, Spenden von
Unternehmen und Verhandlungen mit den Gegnern notwendig seien, nur
noch ein kleiner Schritt. Der Wahlsieg Lulas im Oktober 2002 wurde
als Krönung des erfolgreichen Strategiewechsels gewertet, auch wenn
er eigentlich viel mehr dem Scheitern der neoliberalen Politik
Cardosos geschuldet war. Nach diesem Argumentationsmuster wird auch
versucht, die PT-Wahlerfolge mit den breiten Koalitionen bis hinein
ins bürgerliche Lager zu begründen; auch wenn die Tatsachen dem
widersprechen und zeigen, dass Regierungskoalitionen mit
bürgerlichen Parteien in Regierungen in der Regel scheitern.
Parteipolitisch war der Schaden immer wieder groß, weil in der
Mitgliedschaft eine langfristige Demobilisierung einsetzte. Der
Ausgang der Kommunalwahlen wird mit Sicherheit auch
Neuformierungsprozesse im bürgerlichen Lager auslösen bzw.
beschleunigen. Seine Erfolge, vor allem im brasilianischen Süden und
Südosten, die deutlich gewordene Verwundbarkeit der PT, werden die
Kräfte stärken, die das Regierungslager schwächen wollen und sich
auf eine Ablösung der Bundesregierung Lula bei den Wahlen im Jahr
2006 vorbereiten.
Klassenversöhnung und
Klassenpolitik
Nach dem Amtsantritt Lulas ist der von der PT-Mehrheit getragene
versöhnlerische Kurs dennoch vertieft worden. Der von ihm
propagierte Sozialpakt geht von der These aus, dass es möglich sei,
klassenmäßige soziale und politische Interessengegensätze unter
einen Hut zu bringen und durch Verhandlungen zu Alternativen zu
kommen, die alle befriedigen können. Die Geschichte lehrt uns aber,
dass alle Versuche, durch politische Verhandlungen mit den Eliten
weitreichende Veränderungen zugunsten der Mehrheit der
brasilianischen Bevölkerung zu erreichen, nicht nur wenig brachten
und schließlich gescheitert sind, sondern auch zur Resignation und
Demobilisierung der Massen führten. Die PT-Mehrheit muß sich fragen
lassen, was durch die neue Strategie tatsächlich erreicht wurde. Die
Frage stellen, heißt sie zu beantworten: Lula und die PT haben sehr
viel von ihrem Programm aufgegeben, um ein „Ambiente“ für politische
Stabilität und Regierbarkeit zu schaffen, jedoch nur sehr geringe
Erfolge bei strukturellen Veränderungen auf zu weisen. In der
Überzeugung, dass die wichtigsten sozialen Bewegungen hinter ihr
stehen, konnte die Regierung Lula sogar Positionen zugunsten der
Eliten und gegen die Interessen der Arbeitenden durchsetzen, die
eine konservative Partei sich aufgrund des Widerstands von PT und
Sozialbewegungen kaum hätte leisten können.
Behält die PT-Mehrheit ihren Kurs bei, droht eine weitreichende
Demobilisierung der sozialen Bewegungen. Mit der Überschätzung der
Kraft und Zuverlässigkeit bürgerlicher und mittlerer Klassen auf der
Suche nach „Regierbarkeit“, wird die Rolle der sozialen
Mobilisierung für strukturelle Veränderungen völlig unterschätzt.
Die PT ihrerseits tendiert immer mehr dazu, zum blossen
Transmissionsriemen der Regierung zu werden, indem ihr Vorstand sich
verselbständigt, weil er nicht mehr mit einer Kultur der
Selbstorganisation, direkter Beteiligung und Mobilisierung der
Massen konfrontiert ist. Für den linken Flügel innerhalb der PT ist
es besonders schwierig, denn er weiß, dass die Wahrscheinlichkeit,
die Niederlage der PT als Gesamtprojekt zu verhindern, sehr gering
ist. Manche aus ihren Reihen haben den Kampf in der PT schon
aufgegeben und versuchen, eine neue Linkspartei aufzubauen (PSOL),
die den von der PT verlassenen Raum besetzen soll. Die
Zersplitterung und Schwächung der Linken in Brasilien ist schon im
Gange. Nach den Kommunalwahlen dürfte sich der schon laufende
Prozess einer Vereinigung der linken Strömungen innerhalb der PT
fortsetzen. Die Zeit drängt. Um den Kurs der Regierung Lula und der
PT beeinflussen zu können, muss schnell gehandelt werden, weil nach
der brasilianischen Verfassung der Eintritt neuer stimmberechtigter
Mitglieder in Parteien und die wichtigsten politischen Richtlinien
für eine Wiederwahl Lulas bis spätestens 3.10.2005 geregelt sein
müssen. Die PT-Mehrheit hat indessen den für 2005 geplanten
Parteitag vom ersten auf das zweite Halbjahr verschoben. Die größte
Aufgabe der Linken besteht darin, den Widerstand gegen die
„ideologische Regression“ der Partei auf allen Ebenen zu
koordinieren und die zunehmende Zerstreuung der Mitglieder zu
verhindern, denn schließlich handelt es sich um Zehntausende von
Aktivisten, die in den letzten Jahrzehnten einen entscheidenden
Beitrag zur Politisierung des Landes geleistet haben. Dafür ist die
Einheit der wichtigsten linken Strömungen entscheidend, denn sie
beeinflussen die Mehrheit der wichtigsten sozialen Bewegungen im
Lande, die nicht bereit sind, einen neuen Weg außerhalb der PT zu
gehen und sich dadurch politisch zu isolieren. Eine vertiefte
Analyse der quantitativ bedeutenden, aber qualitativ sehr
problematischen Ergebnisse der PT bei den Kommunalwahlen sollte zu
einer Intensivierung der innenparteischen Auseinandersetzung führen.
Daran führt kein Weg vorbei, wenn die Niederlage der PT als
Linksprojekt verhindert werden soll.
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